Eine Logopädin erzählt…

Als ich hier ankam war alles unbekannt und neu. Mein Spanisch war leider auch nicht so gut, um von Anfang an voll mitreden zu können. Die Tage verbrachte ich also mehr damit, so viel spanisch wie möglich aufzunehmen, verstehen zu lernen oder selbst ein wenig zu kommunizieren. Als Logopädin interessierte ich mich sehr dafür, welche Art von Probleme es hier aus logopädischer Sicht geben könnte. Schnell jedoch merkte ich, dass das ein größeres Projekt werden könnte.

Durch mein Angebot, mein logopädisches Wissen miteinbringen zu können, arbeitete ich nun an beiden Standorten (Poneloya und Tamarindo) des Projekts mit.
Nach und nach begann ich zu verstehen, dass es hier sehr an schulischer Ausbildung mangelt und die Kinder oft große Lese- und Rechtschreibprobleme, sowie Probleme beim Textverständnis haben. Also versuchte ich das Sprechen und das Schreiben zu vereinen, was natürlich nur in geringem Maße möglich war. Jedoch lernten einige Kinder, dass es Unterschiede zwischen einem T und D sowie einem B und P gibt, und dies machte sich auch oft in der Aussprache bemerkbar. Klingt es als „mas suave“ (weicher) oder klingt es „mas duro“ (härter)?
Außerdem lasen wir Texte, wie die „Tomatina“, eine große Tomatenschlacht, welche in Spanien veranstaltet wird und besprachen gemeinsam die dazu gestellten Fragen. Wochen danach erzählten die Kinder noch von der Tomatina.

Zwar war meine logopädische Arbeit begrenzt und ich bin noch kein Experte für die nicaraguanische Aussprache, aber es war immer lustig während der Übung und dem ausprobieren und spielen mit den Wörtern.
Für mich selbst habe ich dazu gelernt, dass alles manchmal ein bisschen mehr „tranquilo“ sein darf. Mit etwas mehr Lockerheit und Zeit für ein bisschen Spaß kommt das Lernen auch nicht zu kurz und das ganze Ambiente ist angenehmer. Wenn wir ehrlich sind, wollten wir als Kinder auch keine Hausaufgaben machen und lieber draußen spielen. Deswegen ist es immer wichtig einen guten Mittelweg zu finden. Für sich selbst und die Kinder.
Mein Weg hier in Nicaragua war jedenfalls eine der besten und schönsten Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe.

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***EIN BERICHT VON LISA – SONFLORA PONELOYA UND TAMARINDO (März 2015)***

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