Der neue Samstag in Tamarindo

Seit vergangenen Samstag, den 14.2. haben die Türen des Sonflora-Projekthauses auch Samstags für die Kinder in Tamarindo geöffnet. Seit dem 9.2. sind die großen Ferien vorüber und die Kinder besuchen wieder – ausgestattet mit neuen Uniformen, Schuhen, Rucksäcken und Unterrichtsmaterial – die Schule. Dieser Samstag kam als Abschluss der ersten Schulwoche im neuen Jahr gut entgegen, da auf dem Plan „jugar“ (spielen) an erster Stelle stand, ganz nach den Wünschen der Kinder. Sie konnten selbst bestimmen, welchen Beschäftigungen sie nachgehen wollen. Eine kleine Kochgruppe bestehend aus zwei Freiwilligen und zwei Kindern bereiteten bis zur Mittagszeit das Essen vor, während die anderen genügend Zeit hatten, unter anderem UNO, HalliGalli und Mikado zu spielen.

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Es war schön, zu beobachten, wie sich die Kinder ruhig und entspannt und vor allem fern ab von den unbeliebten und lästigen Extra-Tareas (Zusatz-Lernaufgaben) beschäftigen konnten. Eine Gruppe saß konzentriert über eine Stunde beim Mikado-Spielen und die HalliGalli-Klingel bei einer anderen Spielgruppe lief auf Hochtouren. Der UNO-Klassiker wird hierzulande so gespielt, dass der Verlierer/die Verliererin „un vaso de agua“ (einen Becher Wasser) trinken muss zur Strafe (manchmal sogar zwei Becher…). Nach dem Mittagessen und dem Zähneputzen machten wir uns bepackt mit Wasser, Bällen, Verbandskasten und Hüpfseilen auf den Weg zur nahegelegenen Cancha, wo Fußball und Kickball – die absoluten Lieblingsspiele der Kinder – gespielt wurden. Wie schön, zu sehen, dass ein Platz, zwei Tore und ein Ball soviele Kinder mit wenig Worten, Regeln und Vorgaben vereint. Den Kindern war freigestellt, ob sie mit auf die Cancha wollten, einige blieben mit einer Freiwilligen zurück im Haus, um weiter Brettspiele und Lego zu spielen.
Die Zeit verging wie im Flug und am Ende des Nachmittags machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg für die Rituale des „Circulos“ (Abschlusskreis) und der „Fruta“ (Frucht für den Nachhauseweg).
Der Samstag unterstrich die Notwendigkeit des freien Spielens und stand dafür, um den Kindern zu signalisieren, dass sie entscheiden dürfen und sollen, wie sie ihre „tiempo para ser niño“ (Zeit um Kind zu sein) im Projekt gestalten.

Ein Bericht von Eva (Februar 2014)

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