Verfasst von: sonfloranica | 28/11/2014

5 Monate Sonflora – Lara erzählt

5 Monate Nicaragua. 5 Monate León, 5 Monate Sonflora. 5 Monate voller Spaß, erinnerungswürdiger Erlebnisse und besonderer Momente. So viele besondere Momente, dass es mir schwer fällt, all das nun kurz zusammenzufassen.

Nunja, was soll ich sagen? Es war genial! Es war einmalig! Es hat unglaublich Spaß gemacht! Es war eine Zeit, die mich und meine Sichtweise der Welt sehr geprägt hat. Besonders die Menschen in Nicaragua, und hierbei ganz besonders all unsere Sonflora-Kinder, haben dazu beigetragen. Viele von ihnen teilen Schicksale, die man sich so nicht vorstellen mag. Viele von ihnen leben unter Bedingungen, die ein Europäer noch nicht mal für wenige Tage aushalten wollen würde. Und trotzdem haben die Kinder einen unglaublichen Spaß am Leben, haben so viel Liebe und Herzlichkeit zu vergeben, immer ein scherzendes Lachen parat um heimwehkranke Freiwillige aufzumuntern, dass man sie sehr schnell ins Herz schließt und ihnen viel Bewunderung entgegenbringt. Natürlich waren die Kinder auch mal traurig; auch weniger freudige Momente gibt es. Das gehört dazu und macht die gemeinsam verbrachte Zeit eigentlich noch wertvoller. 5 wundervolle Monate durfte ich mit den Kindern aus Tamarindo teilen. Viel Spaß hatten wir, viele Momente, die uns zusammengeschweißt haben. Viele Momente, die mich die Kinder jetzt sehr vermissen lassen. Wir haben gebatikt, gemalt, gebastelt, gelacht, geweint, Kinder geschminkt, Fangen gespielt, Abschieds-Circulos gemacht, am Fluss gepicknickt, einen Ausflug in ein Schwimmbad unternommen, Schnitzeljagden gemacht und Sporttage organisiert. Wir wurden aus dem Schulgebäude rausgeschmissen, haben am Fluss und auf der Cancha unterrichtet, sind gemeinsam in ein richtiges, kleines Haus (das wir mieten – bis wir dann endlich unser eigenes haben) umgezogen (ein grandioser Augenblick!). Wir haben wegen sich danebenbenehmender Kinder Spiele abgebrochen, haben Kinder genauso belohnt, wenn es gut lief. Mein Herz hat Luftsprünge gemacht, wenn sich streitende Kinder zur Entschuldigung die Hände reichen – einfach so, ohne Aufforderung. Oder wenn sie sich bedanken oder mit einem leise gemurmelten ‚Por favor’ um etwas bitten (Ja. Sowas kann glücklich machen…). Wir haben uns umarmt, wir haben uns gestritten. Die Kinder wollten keine Hausaufgaben und keinen Unterricht machen (Tja – ich aber schon!). Wir haben uns über richtige Matheergebnisse gefreut und bestandene Klassenarbeiten. Gemeinsam Englisch gelernt haben wir und die Geographie Nicaraguas verstanden. Wir haben zusammen Müll aufgesammelt („Pfuuui, wie unnötig!“), gemeinsam das Haus geputzt, Skorpione bezwungen, gemeinsam die Augen verdreht, wenn es mal wieder kein Wasser gab, gemeinsam in der Sonne geschwitzt und unter Mückenstichen gelitten. Wir haben auf Erdbeben gewartet und eine Alerta Roja durchgestanden. Auch haben wir ein fantastisches Sonflora-Lied einstudiert (danke an die Dichter!) und das Aniversario-Fest vorbereitet (zu dem ich leider nicht mehr da sein konnte).

Ohja, wir haben viel erlebt. Auch wenn ihr, liebe Sonflora-Kinder, das hier vermutlich nie lesen geschweige denn verstehen werdet, möchte ich euch auch hier noch mal von ganzem Herzen danken für alles. Ihr habt mich verändert und ihr fehlt mir sehr. Ihr seid großartig. Glaubt daran.

Auch danken möchte ich Sonflora und dem wahnsinnig tollen Team, das ich sehr ins Herz geschlossen habe. Die tollen Nicas und die tollen Freiwilligen. Ohne euch hätte es nur halb so viel Spaß gemacht und es war eine schöne Erfahrung zu spüren, wie eng unser Team doch zusammenwachsen kann.

Und zuletzt danke an Gismo und Andy für ihr unglaubliches Engagement, für das ich keine Worte habe. Ihr habt eine Art mit den Menschen und Kindern, die sehr prägend für das Projekt war und es zu etwas Besonderem gemacht hat. Das werden euch die Kinder nie vergessen.

So, nachdem das hier nun doch sehr viel sentimentaler als geplant wurde, bleibt mir nur noch der Rat an zukünftige Freiwillige: Wagt euch! Kommt rüber nach León, ich garantiere euch, ihr werdet es nicht bereuen!

Nicaragua, ich komm zurück. Bestimmt.

Dank für Dein Engagement, liebe Lara!
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