Verfasst von: sonfloranica | 28/04/2014

Felix erzählt aus Tamarindo…

Felix, Freiwilliger bei Sonflora, erzählt vom gemeinsamen Aufbau von Tamarindo, den Herausforderungen in der täglichen Freiwilligenarbeit und den schwierigen und auch den schönen Erfahrungen.
„In den drei Monaten in denen ich im Projekt gearbeitet habe, konnten wir (Jana, Wanda, Merle, Johannnes und unser Koordinator Andy) nach und nach den Grundstein für einen neuen Ablauf in Tamarindo legen. Es wurden zusammen mit den Kindern Projektregeln vereinbart, die Wichtigkeit vom pünktlichen Erscheinen wurde versucht zu vermitteln, neue Abläufe (Begrüßung, Unterricht, Spielen bei Donna Nikolasa, Sportunterricht, Abschlussritual plus Verteilung von Früchten) wurden etabliert, Rituale eingeführt, Schulunterricht (Tageweise: kreatives Schreiben, Diktat, Englisch, Mathe und „schwierige Wörter“) begonnen und und und….viel viel Arbeit, aber ich bin verdammt stolz drauf!!!
10176103_695355803855540_5952960024841020403_n
Schon nach den ersten Tagen im Projekt kamen immer mehr Kinder und es schien sich wie ein Lauffeuer herumzusprechen, dass wir nun von Montag bis Freitag vor Ort sind. Es war schon schön, welche Fragen wir an den ersten Tagen und Wochen – immer und immer wieder aufs neue – beantworten mussten: “Wann kommt ihr wieder???”, “Kommt ihr wirklich morgen wieder???”, “Gehen wir heute wieder auf den Sportplatz???” “Spielen wir heute Fußball???” “Wann gehen wir in die Schule?”.Nach ca. 1 1/2 Monaten hagelte es zwar immer noch Fragen, aber diese waren bei Weitem nicht mehr so euphorisch wie zu Beginn; „Haben wir heute wieder Unterricht…???“, „Wann gehen wir zu Dona Nikolasa…???“, “Schon wieder Matheunterricht???“. Tja, was soll ich sagen, so ist eben das Business…mal wird man auf Händen getragen und ehe man sich versieht, ist man der nervige Volontär/Lehrer, der einen jeden Tag an vereinbarte Regeln erinnern muss!
10245581_695355713855549_3619004010617374468_n

Nein, so schlimm war es nun nicht, aber man wurde schon vor Herausforderungen gestellt: Du stehst bei gefühlten 40 Grad in der prallen Sonne, stehst im Schweiß und musst die fragenden Kids – die ja eigentlich Sommerferien (ab Dezember) haben – motivieren, dass die 1 1/2 Std Matheunterricht gleich der absolute Wahnsinn werden!

10176136_695354997188954_2841623734486499963_nDie Schulferien begannen und einige Kids dachten sich anscheinend, dass wir mit unserem Unterricht nun auch „pausieren“ würden, aber da hatten sie sich getäuscht. Dementsprechend rissen die genervten Fragen hinsichtlich unseres Unterrichtes nicht ab, aber wir sind ja nicht von gestern und führten den „besonderen Tag“ ein, an dem KEIN Schulunterricht und auch KEIN typischer Projektablauf stattfindet. Als ich noch da war, gingen wir dann an den Fluss, welcher sich ganz in der Nähe befindet, und spielten mit den Kids im Wasser und verteilten selbstgeschmierte Sandwiches (90 Stück!!!). Es war einfach großartig mit ihnen einfach mal “nur“ zu spielen oder sie zu beobachten. Man bin ich froh, dass sich kein Kind verletzt hat

10313515_695355120522275_1078905353534700175_n10155889_695355760522211_5060315539219322312_nMein letzter Tag im Projekt fiel genau auf die große Weihnachtsfeier. Es war herrlich, mich an so einem besonderen Tag von allen verabschieden zu können und nicht allzu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Die Kinder, die Eltern und fast das gesamte Sonflora-Team waren in Tamarindo und die geleistete Arbeit von uns, dem Team-Tamarindo, wurde noch einmal von allen gewürdigt. Ein echtes Highlight war das Verteilen der Geschenke!!!

In meiner Zeit im Projekt gab es unglaublich viele postive, euphorische Tage und besondere Momente, aber auch einige Rückschläge aus denen man sich im Team gemeinsam rauskämpfen musste. Wichtig war die Erkenntnis, dass vermeintliche Rückschläge bezogen auf die Arbeit mit den Kindern oder auch hinsichtlich struktureller Natur nicht als Fehler oder gar als Rückschritte angesehen werden dürfen. Schließlich gehört es zu einem Entwicklungsprozess einfach dazu, verschiedene Strukturen/Abläufe zu entwickeln, diese zu erproben, eventuell zu etablieren oder gegebenenfalls weiterzuentwickeln bzw. zu verwerfen!
10303297_695355823855538_4084673225437789313_n
Wichtig ist, dass man sich nicht einschüchtern lässt, sondern weitermacht und versucht den Kindern für ein paar Stunden am Tag, eben die Zeit zu bieten und die Räume zu schaffen, welche es den Kindern ermöglichen „Kind sein zu können/dürfen“.
Die Kinder haben zum Teil eine unglaubliche Last auf ihren kleinen Schultern zu tragen und ich bewundere ihre Stärke und ihre Lebensfreude!!! 10313437_695355260522261_5827881065126255176_n
Es war echt eine wunderbare Zeit mit großartigen Erfahrungen/Erlebnissen und ich nehme wahnsinnig viel für mich aus dieser Arbeit mit. 10255300_695355600522227_541852401388601019_n
Danke Sonflora – wir werden uns wiedersehen!!!“

 

—Felix aus Deutschland war drei Monate bei Sonflora.—

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: